Glauben

„Plätzchen“ kommt von „Platz“

Plätzchen

Ein Familiengespräch über leckere Plätzchen und Nachdenkliches über den Platz im Leben.

Ein Samstag im Advent. Heute werden Plätzchen gebacken. Alle sind voll bei der Sache, formen Vanillekipferl und Makronen, rollen Teig aus und verzieren die fertigen Butterplätzchen.

Mittendrin fragt plötzlich die Jüngste der Familie: „Warum heißen Plätzchen eigentlich Plätzchen?“ Grinsend sagt der Älteste: „Na, Plätzchen kommt von Platz – und ich weiß schon, wo der richtige Platz für dieses Plätzchen hier ist.“ – Schon hat er sich ein Vanillekipferl in den Mund geschoben.

Der Vater ist ins Nachdenken gekommen: „Vielleicht laden die Plätzchen uns ja ein, uns zu fragen: Wo ist mein Platz im Leben? Und wofür habe ich Platz?“

„Das Jesuskind hatte jedenfalls keinen Platz“, mischt sich die Mittlere ein. „Maria und Joseph haben doch kein Zimmer gefunden. Deshalb kam Jesus im Stall auf die Welt.“

Die Mutter nickt: „Da hat er was gemeinsam mit all den Leuten, die heute keinen Platz haben. Ich denke da nur an die Flüchtlinge oder an die Obdachlosen oder an alle, die irgendwie anders sind und sich ausgeschlossen fühlen.“

Jetzt macht auch der Älteste ein nachdenkliches Gesicht: „Dann haben die alle an der Krippe von Jesus einen Platz.“ „Ich auch!“, ruft die Jüngste dazwischen. „Ich will auch einen Platz bei Jesus!“

Lächelnd nimmt sich der Vater ein Plätzchen: „Was in so einem Plätzchen doch drinsteckt! Und lecker ist es auch noch!“

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit, in der Sie sich am rechten Platz fühlen und in der Sie Platz für andere haben, wünscht Ihnen

Ihre Pfarrerin Renate Zorn-Traving

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